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Lebenskunst nach Leopardi. Anti-pessimistische Strategien im Werk Giacomo Leopardis

Beginning
18.07.2019
End
20.07.2019

Leopardi-Tag 2019
Internationale Tagungder Deutschen Leopardi-Gesellschaft und der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Leopardis Dichtung und Philosophie werden gemeinhin als ausschließlich oder zumindest überwiegend pessimistisch beschrieben, obgleich der Autor selbst sich wiederholt gegen eine solcher geleichermaßen vereindeutigende wie reduktive Lektüre aussprach. Tatsächlich lassen sich immer wieder in seinem Werk anti-pessimistische Strategien entdecken, so etwa, wenn Leopardi über die Wirkung eines „pezzo die vera, contemporanea poesia“ schreibt: „essa aggiunge un filo alla tela brevissima della nostra vita“ (Zibaldone 4450).

Natürlich sind die Verhältnisse, wie nicht zuletzt die vielzitierte, aber ihrerseits oft gleichsam pessimistisch vereindeutigte „teoria del placere“ signalisiert, bei Leopardi jederzeit dialektisch. Selbst dort, wo, wie A se stesso, der „inganno estremo“ zerstört ist, wo das Leben nur mehr „Amaro e noja“ zu sein scheint und in einen Satz wie „e fango è il mondo“ mündet, erschöpft sich der Text nicht in einem redundanten Pessimismus, bleibt das Gedicht vielmehr als weiterklingenden Sprachklang und als eindrückliche Bildlichkeit bis in die Gegenwart präsent.

Ziel der gemeinsam von der Deutschen Leopardi-Gesellschaft und Vertretern der Romanischen Philologie an der Universität Bonn veranstalten Tagung wird sein, in einem breiten Spektrum von Lesung, Vorträgen und Diskussion Zeugnisse jener Lebenskunst zu entdecken, vor der der Autor nicht nur in seinen Pensieri explizit spricht, sondern die sich überall in Leopardis Werk und seiner Rezeption finden lassen, wenn nur die ausgetretenen Pfade der verbreiteten Pessimismus-These verlassen werden.

Organisation

Prof. Dr. Barbara Kuhn
Präsidentin der Deutschen Leopardi-Gesellschaft
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
barbara.kuhn@ku.de

Dr. Milan Herold
Universität Bonn
Institut für Klassische und Romanische Philologie
Am Hof 1, 53113 Bonn
mherold@uni-bonn.de

Kontakt: +49-8421-9321540
www.ku.de/slf/romanistik/aktuelles/
www.romanistik.de/verbaende/leopardi


Programm

Donnerstag, 18. Juli 2019 – Übungsraum Romanistik
16.00 Uhr Barbara Kuhn (Eichstätt), Milan Herold (Bonn): Eröffnung
16.30 Uhr Helmut Meter (Klagenfurt): Zwischen anti-pessimistischem Kalkül und latentem Optimismus. Zur «arte del vivere» in Leopardis Pensieri
17.15 Uhr Giuseppe Camerino (Salento): «Chi mi ridona il piangere dopo cotanto oblio?» Il Risorgimento di Leopardi e le risorse del cuore
18.00 Uhr Kaffeepause
18.15 Uhr Uta Degner (Salzburg): «Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar». Die Anagnorisis der Dichtung und der Stolz der Sehenden bei Leopardi und Ingeborg Bachmann
19.00 Uhr Giulia Agostini (Heidelberg): Innere Erfahrung als Lebenskunst. Zur comunità Leopardis und Batailles
20.30 Uhr Abendessen

Freitag, 19. Juli – Übungsraum Romanistik
9.00 Uhr Michael Schwarze (Konstanz): Dialektische Herzensprosa. Anmerkungen zu Leopardis Diario del primo amore, 1817
9.45 Uhr Penelope Kolovou (Bonn): Traum und Tod: Poetologische Sprechakte am Beispiel von Leopardis Il Sogno
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Daniel Wendt (Münster): «e mi soccorra la rimembranza». Properz 4.7. und die literarische Erinnerung als anti-pessimistische Strategie in Leopardis Il Sogno
11.45 Uhr Giovanni di Stefano (Münster): «Leopardi produce l’effetto contrario a quello che si propone» – Francesco De Sanctis’ Dialog Schopenhauer e Leopardi
12.30 Uhr Mittagessen
14.30 Uhr Martina Kollroß (Düsseldorf): «Dal nulla alla vita»: Leopardis Lebensbegriff
15.15 Uhr Luigi Capitano (Palermo): Le chimere di Leopardi
16.30 Uhr Stadtführung
18.30 Uhr Institut français. Lesung von Burkhart Kroeber: OpusculaMoralia. Oder vom Lernen, über unsere Leiden zu lachen

Samstag, 20. Juli – Übungsraum Romanistik
9.00 Uhr Mitgliederversammlung
10.00 Uhr Antonio Panico (Neapel): Leopardi persuasore di vita
10.45 Uhr Paul Strohmaier (Trier): Heiterkeit, posthuman – Leopardi und die Astronomie
11.30 Uhr Kaffeepause
12.00 Uhr Annika Gerigk (Bonn): Verwirrung als Programm – Il Tramonto della luna als erkenntnistheoretisches Problem
12.45 Uhr Milan Herold (Bonn): «Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst» – Leopardis Konzepte der Heiterkeit
13.30 Uhr Barbara Kuhn (Eichstätt), Milan Herold (Bonn): Abschluss der Tagung

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Fields of research

Italian literature, Literature of the 19th century
Giacomo Leopardi

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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Deutsche Leopardi-Gesellschaft

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Am Hof 1
53113
Germany
Date of publication: 27.05.2019
Last edited: 27.05.2019