Konferenzen, Tagungen

»… sind noch in der Mache«. Zur Bedeutung der Rhetorik in Hamanns Schriften.

Beginn
07.03.2019
Ende
09.03.2019
Deadline Anmeldung
03.03.2019

Bereits seit Veröffentlichung seiner Erstlingsschrift – den Sokratischen Denkwürdigkeiten 1759 – haftet Johann Georg Hamann der Vorwurf des ›dunklen Stils‹ an. Dieser begleitete ihn nicht nur zu Lebzeiten und taucht in den unterschiedlichsten Ausformung seit Erscheinen der ersten Rezension durch Moses Mendelssohn in den Literaturbriefen in sämtlichen Besprechungen seiner Schriften auf, sondern avanciert regelrecht zu einem Topos der Hamann-Lektüre und -Kritik, der bis heute unvermindert anhält und in Goethe und Hegel nur seine prominentesten Vertreter findet.
Hamann hat sich immer wieder mit Fragen der Rhetorik und der ›richtigen‹ Schreibart beschäftigt. Zahlreich nimmt er in Schriften und Briefen explizit Bezug auf den Vorwurf der Dunkelheit, rechtfertigt seine besondere Schreibart und erläutert seine Vorstellungen zum Stilbegriff. Jedoch ist es vor allem die ›Mache‹ seiner Schriften selber, die sich auf oder jenseits der Grenzen der klassischen Rhetorik bewegen und den Lesenden mit Texten konfrontieren, welche die sprachlichen Möglichkeiten individueller Darstellung und Textualität auszuschöpfen suchen. Rhetorische Mittel dienen Hamann dabei nicht als bloße Einkleidung der Gedanken, sondern sind untrennbarer Ausdruck der Eigentümlichkeit des Schreibenden und betonen die unauflösbare Spannung zwischen der Allgemeinheit der Sprache und dem individuellen Ausdrucksbedürfnis des Einzelnen.
Die Tagung verfolgt das Ziel, die Bedeutung der Rhetorik in den Schriften Hamanns in ihrer Breite genauer zu konturieren und zu diskutieren.

Programm

Donnerstag, 7. März 2019

14:00–14:30   Begrüßung durch die Veranstalter

14:30–15:15   Sabine Marienberg: Bewegliche Denkungsart und die Tatsächlichkeit der Sprache

15:15–16:00   Ulrich Gaier: Hamanns Rhetorik des Denkens

      16:00–16:30   Kaffeepause

16:30–17:00  Florian Telsnig: Die Beredsamkeit der Vernunft. Hamanns leidenschaftliche Rhetorik der Kritik

17:00–17:45   Christian Sinn: »Heil dem Erzengel über die Reliquien der Sprache Kanaans«. Hamanns Rhetorik im Kontext einer Allgemeinen Wissenschaftstheorie

17:45–18:30   Joachim Ringleben: Hamanns Michaelis-Rezension (1764)

20:15–21:45    Öffentlicher Abendvortrag: Eckhard Schumacher: Die Ironie der Unverständlichkeit

Freitag, 8. März 2019

9:00–9:45   Roland Reuß: Schreiben für Schwimmer. Zu Hamanns Textproduktion

9:45–10:30   Hans Graubner: »Stil«, »Anti-Stil« und »stilus atrox«. Zu Hamanns Stil, Stilbegriff und Theologie des Stils

10:30–11:15   Ildikó Pataky: Etwas über die Physiognomie des Stils

      11:15–11:45   Kaffeepause

11:45–12:30   Anja Kalkbrenner: »Junker«, »Chineser« und »Schullehrer«: Persona und modus persuadendi bei Hamann

12:30–13:15   Peter Klingel: Ars punica. Zur Bedeutung des Wortspiels für die »panische Schreibart« Hamanns

      13:15–14:30   Mittagspause

14:30–15:15   Gideon Stiening: Epistolarität als Reflexions- und Darstellungsform. Hamanns »Fliegender Brief«

15:15–16:00   Hendrik Klinge: Kabbalistische Prosa, Strategien negativer Hermeneutik als Charakteristikum der Autorhandlungen Hamanns

16:00–16:45   Wilhelm Schmidt-Biggemann: Hamanns Rhetorik des polemischen Verdachts am Beispiel der »Hierophantischen Briefe«

      16:45–17:15   Kaffeepause

17:15–18:00   Katie Terezakis: Hamann’s Critique of Liberalism

18:00–18:45   Gwen Griffith-Dickson: Despots and Demagogues. Hamanns Rhetorik in the face of tyranny

      19:00   Gemeinsames Abendessen

Samstag, 9. März 2019

9:00–9:45   Dietmar Till: Anthropologisierung der Rhetorik im 18. Jahrhundert

9:45–10:30   Linda Simonis: Hamanns Rezeption antiker Rhetorik. Am Beispiel der »Sokratischen Denkwürdigkeiten«

10:30–11:15    Eva Kocziszky: Licht, Stern, Sonne, Horoskop: Eine metaphorologische Untersuchung zu J. G. Hamanns Kontroversen

      11:15–11:45   Kaffeepause

11:45–12:30   Monika Schmitz-Emans: Das Buch-Theater und seine Akteure: Eine metaphorologische Annäherung an Hamanns und Laurence Sternes Umgang mit Schrift, Text und dem Buch

12:30–13:15   Raivis Bicevskis: Rhapsoden des Ursprungs, Rhetoren des Anfangs. Hamanns Thematisierung des lettischen Volksliedes am Ende der »Aesthetica in nuce« im Kontext der sinnlichen Sprache der Natur

      13:15–14:30   Mittagspause

14:30–15:00   Naomi Miyatani: Hamanns Interpunktion und ihre Übersetzungsmöglichkeiten

15:00–15:45   Sina Dell’Anno: Stilistischer »Medusenschild« – Hamanns monströse Schreibart im Kontext von Jean Pauls Rhetorik des Witzes

15:45–16:30   Teruaki Takahashi: Intertextuelle Kommunikationsformen bei Hamann und in der japanischen Dichtungstradition. Ein kontrastiver Kulturvergleich

16.30–16:45   Schlussworte durch die Veranstalter

Veranstaltungsort

Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
Plöck 55 (Nähe: Friedrich Ebert Platz)
69117 Heidelberg

Anmeldung

Tagungsgäste sind herzlich willkommen. Um verbindliche Anmeldung bis zum 3. März 2019 an janina.reibold@gs.uni-heidelberg.de wird gebeten.

Veranstalter

Prof. Dr. Eric Achermann, Münster

Prof. Dr. Johann Kreuzer, Oldenburg

Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Wuppertal

Dr. Janina Reibold, Heidelberg

Quelle der Beschreibung: Information des Anbieters

Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, Rhetorik, Literatur des 18. Jahrhunderts
Johann Georg Hamann

Links

Ansprechpartner

Einrichtungen

Universität Heidelberg

Adressen

Plöck 55
69117 Heidelberg
Deutschland
Datum der Veröffentlichung: 25.02.2019
Letzte Änderung: 25.02.2019