Konferenzen, Tagungen

Die 1968er Jahre: Rebellion – Provokation – Pop

Beginn
29.11.2018
Ende
30.11.2018

Vom 29. bis 30. November veranstaltet die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die interdisziplinäre Tagung „Die 1968er Jahre: Rebellion – Provokation – Pop“. Im Mittelpunkt steht dabei 1968 als globales Ereignis, als „the year that rocked the world“ (Kurlansky), das sich durch internationale Interdependenzen und wechselseitige Einflüsse von Politik, Literatur, Film, Musik, bildender Kunst und Medien auszeichnet. 1968 ist in erster Linie Symbol und weniger historischer Marker, daher soll 1968 als mehrjähriges Ereignis gefasst werden, das auch das mit dem Altamont-Festival und den Morden der Manson-Family symbolisch behaftete vorläufige Ende der Rebellion um 1969 berücksichtigt.

1968 ist vor allem zur Chiffre für weltweite Rebellion geworden. Ob in Deutschland, Frankreich, der Tschechoslowakei, den USA, aber auch in Japan und Mexiko rebellierte man gegen autoritäre Systeme und verkrustete Strukturen, gegen die Elterngeneration, den Vietnamkrieg oder die Benachteiligung sozialer Randgruppen. Der Transfer der Proteste von den USA nach Europa und das Aufkommen neuer linker Gruppierungen sorgten für eine nationenübergreifende Solidarität. Herbert Marcuse rief das „Ende der Utopie“ aus und verwies damit auf die neuen Möglichkeiten in einer Gesellschaft, in der alle materiellen und intellektuellen Kräfte zur Realisierung einer freien Gesellschaft gegeben seien.

Mit transnationaler Rebellion und Protest kam auch die soziale, politische und nicht zuletzt künstlerische Provokation, die neue Formen hervorbrachte. 1968 plädierte Leslie Fiedler für eine neue Literatur, wobei das Publikum den Künstler als „double agent“ verstehen müsse. Dieser solle nicht nur Literat sein, sondern gleichzeitig Popmusiker oder Filmemacher. Diesem transmedialen Kunstverständnis zufolge wird populäre Kultur zum integralen Bestandteil von Kunst.

Auch 50 Jahre danach stellt sich die Frage, wie Rebellion, Protest und Pop zusammenhängen: Ist die mit 1968 verbundene gesellschaftliche Zäsur auch eine künstlerische? Welche transnationalen Gemeinsamkeiten zeigen sich in Kultur, Literatur, Film und Musik jener Ära und wo lassen sich transnationale Einflüsse, Rezeptionsprozesse oder Kooperationen erkennen? Auf welche Weise lebt 1968 als Chiffre in Kultur, Literatur, Film und Musik fort?

PROGRAMM

Donnerstag, 29. November 2018


9:30     Grußwort von Herrn Prof. Dr. Dieter Lamping

Einführung durch Dr. Martina Kopf und PD Dr. Sascha Seiler

10:30   Prof. Dr. Thomas Anz (Marburg): „Schlagt die Germanistik tot …“ Kontroversen zur Literaturwissenschaft um 1968 und ihre Folgen

11:15   Kaffeepause

11:30   Prof. Dr. Christine Weder (Genf): Geschichten von der Unterdrückung: Die Repressionsnarrative der Ästhetik um 1968

12:15   Mittagspause

13:45   Dr. Niels Penke (Siegen): Gräben und Grenzen. Über Populärkultur, ihre Verfechter und Verächter

14:30   Dr. Martina Kopf (Mainz): „On the Morning After the Sixties“. Desillusion 1968

15:15   Kaffeepause

15:30   PD Dr. Sascha Seiler (Mainz): „Caught one more time up on Cyprus Avenue“ – Van Morrisons Astral Weeks und die Flucht vor den 60er Jahren

16:15   Dr. Till Huber (Oldenburg): Kunst- und Popfeindlichkeit im deutschen Politrock

17:00   Umtrunk

17:30   Lesung Ernst Hofacker: „1967 – warum Sgt. Pepper die Welt regierte (und bis heute nicht abdankte)“

18:30   Podiumsdiskussion mit Thomas Anz, Ernst Hofacker, Arno Frank und Johannes Ullmaier. Moderation: Sascha Seiler


Freitag, 30. November 2018

9:30     Prof. Dr. Timo Obergöker (Chester): „J‘abolirai l’ennui“. Mai 68 und die  französische Popmusik

10:15   Jan Rhein M.A. (Flensburg): Jean-Luc Godard 1968/2018. Autofictions und Exofictions

11:00   Kaffeepause

11:15   Prof. Dr. Marcus Stiglegger (Berlin): Rosemaries Babies. Wie der Horrorfilm den Alltag heimsuchte

12:00   PD Dr. Stefan Hoeppner (Freiburg/Weimar): On A Trip To Cirrus Minor: Transnationalität und nationale Identität in Barbet Schroeders More

12:45   Abschlussdiskussion

Quelle der Beschreibung: Information des Anbieters

Forschungsgebiete

Literatur und Kulturwissenschaften/Cultural Studies, Literatur des 20. Jahrhunderts
1968, Rebellion, Provokation, Pop

Links

Einrichtungen

Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)

Adressen

Mainz
Deutschland
Datum der Veröffentlichung: 19.12.2018
Letzte Änderung: 19.12.2018