[CfP] GSA Seminar "Literaturgeschichte intersektional weiterschreiben" (25.–28.09.2025, Arlington, VA)
Abstract des Seminars "Literaturgeschichte intersektional weiterschreiben"
Das Seminar untersucht, wie der literarische Kanon intersektional erweitert und die Praxis der Literaturgeschichtsschreibung kritisch und konstruktiv weitergedacht werden kann. Es entwickelt Strategien einer Kanonpolitik, die bestehende Ordnungskonzepte nicht radikal verwirft, sondern um neue Perspektiven ergänzt. Unsere Überlegungen schließen an Diskurse an, wie sie etwa im Rahmen des “Resonanzen”-Festivals oder auf zahlreichen Panels /und in Seminaren der GSA in den letzten Jahren geführt werden. Ziel ist es, konkret umsetzbare Ansätze zu erarbeiten, die eine inklusivere deutschsprachige Literaturgeschichtsschreibung zur gleichzeitigen Repräsentation unterschiedlicher Stimmen in einer Narration ermöglichen (vgl.wie etwa in Maha El-Hissys Lesereihe “Vorzeichen”, oder im Collective DDGC). Neben theoretischen Überlegungen werden konkrete Vorschläge diskutiert, um die Praxis von Kanon- und Literaturgeschichtsschreibung im Sinne intersektionaler und transnationaler Ansätze (z.B. Mukherjee 2014, El-Hissy 2023, Lizarazu 2023, Fallis 2023, Mani 2023) nachhaltig weiterzuentwickeln. Ein Fokus liegt auf der Umsetzung dieser Überlegungen in Forschung und Lehre, wo trotz aktueller alternativer didaktisch-methodischer Entwürfe oder Zugriffe auf nicht-kanonische Literatur (Ghanbari 2017; Oholi, 2020, 2023; Pilsworth 2022) oft aus pragmatischen oder institutionellen Gründen (Ahmed 2012) mit ‘traditionellen’ Literaturgeschichten gearbeitet wird.
Hinweise für die Teilnahme am Seminar
Bewerber*innen werden gebeten, in einem kurzen Abstract (max. 500 Wörter) eine* Autor*in und/oder einen Text vorzustellen und dabei zu begründen, warum sich die Person / der Text als Fallbeispiel für ein intersektionales Weiterschreiben von Literaturgeschichte eignet. Einreichungen sind auf Englisch und Deutsch willkommen, die Einreichung muss über die Website der GSA erfolgen: https://thegsa.secure-platform.com/49/, Deadline für die Berwerbung ist der 19.02.2025 (11:59pm PST). Nach Annahme der Abstracts wird an die Seminarteilnehmer*innen ein Reader mit Grundlagentexten als gemeinsame theoretische Grundlage versendet. Bis einen Monat vor Tagungsbeginn zirkulieren die Seminarteilnehmer*innen einen kurzen Text (1.500 - 2.000 Wörter), in dem eine literaturhistorische Einordnung der ausgewählten Person / des ausgewählten Textes entworfen und etwaige (methodische, strukturelle, …) Probleme und Herausforderungen diskutiert werden. Auf diesen precirculated papers baut unsere Seminararbeit auf.
Seminarorganisator*innen
Dîlan Canan Çakir, Freie Universität Berlin
Felix Lempp, Universität Bern
Martina Wernli, Goethe Universität Frankfurt a.M.