CfP/CfA Veranstaltungen

„Apparat und Inscenierung”. Eine Tagung zum Werk von Theodor Fontane

Beginn
15.10.2019
Ende
16.10.2019
Deadline Abstract
31.01.2019

In den letzten Jahrzehnten ist die Grundlagenforschung zum Werk von Theodor Fontane erheblich vorangetrieben worden: Wesentliche Abteilungen der „Großen Brandenburger Ausgabe“ – die Gedichte, die Wanderungen, die Tage- und Reisetagebücher, der Ehebriefwechsel, das erzählerische Werk – wurden abgeschlossen, die Werke liegen in einer historischen Textgestalt vor, ihre Entstehungsgeschichte und Genese ist weitgehend erschlossen. Zudem wurden die medialen Voraussetzungen des Œuvres, die Einbettung der Werke in die mediale Umwelt des 19. Jahrhunderts, die publizistischen und medienökologischen Strategien des Autors in vielen Facetten erhellt. Weiterhin wurde das letzte bisher noch nicht veröffentlichte Textkorpus des Autors – die Notizbücher, die Notate zu seinen poetischen Plänen sowie Werkentwürfe, Exzerpte, Zeichnungen, Alltags- und Kunstnotizen enthalten – zum großen Teil ediert. Dank der Digitalisierungsprojekte des Theodor-Fontane-Archivs und der Fachhochschule Potsdam sind schließlich zahlreiche Primärquellen, so zum Beispiel eine Auswahl an Fontane-Handschriften bzw. ein umfassender Teilbestand der Handbibliothek des Autors mit Lektürespuren und Marginalien online gestellt worden; sie stehen nun im Netz zur interaktiven Nutzung zur Verfügung.

Mit diesen Ergebnissen ist – zum ersten Mal in der Geschichte der Fontane-Forschung – die enorme Breite und Vielfalt des Werks des Autors verfügbar und frei zugänglich. Außerdem liegt mit den genannten Quellen eine solide Textbasis vor, die es erlaubt, sogar erfordert, dass das Augenmerk vom Kontext und von der Genese der Werke abgewendet und wieder diese selbst ins Auge gefasst werden.

Die Beiträge der geplanten Konferenz sollen ein klassisches Forschungsthema aufgreifen und gezielt nach den Konstruktionsprinzipien der literarischen Prosawerke Fontanes fragen: Durch welche Strategien erzeugt der Autor Bedeutungen? Mit welchen Mitteln und auf welche Weise baut er seine Textwelten auf? Welche ästhetischen Verfahren des Realismus übernimmt er und was sind seine eigenen ästhetischen oder kompositionellen Innovationen? Wie erzielt er die Wirkungen seiner Texte und löst im Leser Spannung, Mitleid, Empörung oder andere Affekte aus? Die Tagung soll dazu dienen, auf der Basis der genannten Grundlagen die bisherigen einschlägigen Ergebnisse der Fontane-Forschung (die u.a. von den Prinzipien der Verklärung, Objektivität und Multiperspektivität, Kontrastierung und Nebeneinander, pars pro toto, Intertextualität, Multimedialität, bzw. Zeichenhaftigkeit ausgehen), zu systematisieren, bzw. entscheidend zu ergänzen, verfeinern oder zu hinterfragen. Erwartet werden exemplarische Textanalysen zu den genannten Themenbereichen, zu Fontanes „Apparat“ und seinen „Inscenierungen“.

Die Tagung soll am 15-16. Oktober 2020 am Germanistischen Institut der Universität Szeged/Ungarn stattfinden und ca. 15 bis 18 Germanisten/innen aus Europa zusammenführen. Die Beiträge sollen 20 Minuten nicht übersteigen. Bitte senden Sie bis zum 31. Januar ein kurzes Exposé im Umfang von ca. 250 Wörtern an: fontanesfinessen@gmail.com.

Prof. Dr. Detlef Haberland (Bonn)                                 Dr. Erzsébet Szabó (Szeged)

Quelle der Beschreibung: Information des Anbieters

Forschungsgebiete

Literatur aus Deutschland/Österreich/Schweiz, Literatur des 19. Jahrhunderts
Theodor Fontane

Links

Ansprechpartner

Einrichtungen

Szegedi Tudományegyetem (SZTE) / University of Szeged

Adressen

Szeged
Ungarn
Datum der Veröffentlichung: 20.12.2019
Letzte Änderung: 20.12.2019