Neu auf CompaRe: Die AVL im Porträt bei der Arbeitsstelle Kleine Fächer + Sammelband „Virtuelle Investigationen“

Am 24. Juni 2024 ist bei der Arbeitsstelle Kleine Fächer ein Interview mit Prof. Dr. Joachim Harst (Universität des Saarlandes) erschienen, in dem die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft als Fach porträtiert wird. Was spricht dafür oder dagegen, dass die AVL in der Öffentlichkeit und innerhalb des deutschen Hochschulsystems angemessen wahrgenommen wird? Wie sieht die Vernetzung mit anderen Fächern aus? Welche Rolle spielen außeruniversitäre Institute? Wohin entwickelt sich das Fach?

Wer Joachim Harsts Antworten auf diese Fragen lesen möchte, kann dies nun auch auf unserem Fachrepositorium CompaRe tun. Dort haben wir das Interview im Open Access zweitveröffentlicht. Die kleine, aber sehr lesenswerte Standortbestimmung zur AVL ist damit langfristig verfügbar.  

Ebenfalls in diesem Juni ist der von Joachim Harst unter Mitwirkung von Nursan Celik und Rahel Jendges herausgegebene Sammelband „Virtuelle Investigationen. Revisionen des Indizienparadigmas in Literatur und Kunst“ erschienen. Der bei USB Monographs veröffentlichte Band ist jetzt auch bei uns auf CompaRe hier verfügbar. Aus dem unten hinzugefügten Neuerscheinungshinweis können Sie entnehmen, in welchem Feld sich der Band bewegt.


Neuerscheinungshinweis

In den letzten Jahren haben kreative und künstlerische Forschungen von sich reden gemacht, die digital verfügbare dokumentarische Daten zur Aufklärung von Kriegsverbrechen verwenden. In welchem Verhältnis stehen diese „virtuellen Investigationen” zu Praktiken des Spurenlesens, wie sie in der Kriminalliteratur und in der Methodenreflexion der Geisteswissenschaften thematisiert werden? Diese Frage wird in dem soeben erschienenen Sammelband „Virtuelle Investigationen. Revisionen des Indizienparadigmas zwischen Literatur und Kunst” (USB Monographs) untersucht.

Als Carlo Ginzburg die These formulierte, dass die Geisteswissenschaften wie die Kriminalliteratur im sog. „Indizienparadigma” gründeten, hatte er mit Sherlock Holmes einen Detektiv vor Augen, der persönlich den Tatort besichtigte. Dort erhob er Spuren, kombinierte sie und kam in oftmals ingeniösen, aber auch höchst spekulativen Schlussfolgerungen zur Lösung seines Falls. Die aktuellen Entwicklungen in „Open Source Investigations” erfordern hingegen eine Revision dieses materiell und empirisch grundierten „Indizienparadigmas”. So können computergestützte Fahndungs- und Aufklärungsmethoden eine Besichtigung des Tatorts ersetzen, während algorithmische Wahrscheinlichkeitsrechnung vergangene wie zukünftige Fälle erhellt. Der vorliegende Sammelband mit Beiträgen aus der Literatur-, Medien- und Designwissenschaft untersucht, wie solche „virtuellen Investigationen” in Literatur und Kunst der Gegenwart konfiguriert werden – und inwiefern Begriffe der Virtualität bereits die Investigativarbeit im 19. Jahrhundert prägten.

Joachim Harst (Hrsg.) unter Mitwirkung von Nursan Celik und Rahel Jendges: Virtuelle Investigationen. Revisionen des Indizienparadigmas in Literatur und Kunst. USB Monographs. Köln : Universität zu Köln, 2024. https://doi.org/10.18716/omp.35

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