August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung

Wer oder was ist die August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung?

Die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur wurde 2007 auf Initiative des Deutschen Übersetzerfonds am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin eingerichtet und ist die erste Professur für Poetik der Übersetzung im deutschsprachigen Raum. Ihre Aufgabe ist die poetologische Reflexion der Übersetzung als literarisches Genre eigenen Rechts. Das schließt die kritische Reflexion eigener und fremder Übersetzungsmethoden ebenso ein wie die vergleichende Textanalyse.

August Wilhelm von Schlegel steht als Namenspatron der Professur für diesen poetologischen Anspruch: In seinem Schaffen verbinden sich philologische Forschung, Dichtung und literarische Übersetzung. Nicht zuletzt Schlegels Übersetzungen aus dem Altindischen (Bhagavad-Gita), dem Italienischen (Dante), dem Spanischen (Calderón, Cervantes) und dem Englischen (Shakespeare) machen ihn zu einer Schlüsselfigur der Literaturtheorie als Übersetzungstheorie.

Der Deutsche Übersetzerfonds ermöglicht die Gastprofessur für Poetik der Übersetzung aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und vergibt sie, gemeinsam mit dem Peter Szondi-Institut, wo die Professur in das allgemeine Studienangebot integriert ist, jährlich an renommierte Übersetzerinnen und Übersetzer.

Seit der Einrichtung der Gastprofessur im Jahr 2007, hatten folgende Übersetzer*innen die Professur inne:

Karin Betz, Andreas Tretner, Uljana Wolf, Gabriele Leupold, Esther Kinsky, Christian Hansen, Frank Heibert, Anne Birkenhauer, Elisabeth Edl, Rosemarie Tietze, Dr. Olaf KühlSusanne Lange, Stefan Weidner, Burkhart Kroeber und Frank Günther.
 


Aktivitäten

Der oder die Gastprofessor*in leitet im Wintersemester ein Übersetzungs-Seminar mit Studierenden der Freien Universität Berlin. Zum Abschluss eines jeden Seminars stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Übersetzungsarbeiten in einer öffentlichen Seminarsitzung im Literarischen Colloquium Berlin vor.

Darüber hinaus findet jährlich zu Beginn des Wintersemesters eine öffentliche Antrittsvorlesung der*s jeweiligen Gastprofessor*in statt.


Publikationen

2014 erschienen die Antrittsvorlesungen der ersten sieben Ausgezeichneten unter dem Titel "Mit anderen Worten" in einer von Marie Luise Knott und Georg Witte herausgegebenen Anthologie im Verlag Matthes & Seitz Berlin.

Im Jahr 2021 ist der Nachfolgeband "Ins Unreine" erschienen, in dem Marie Luise Knott und Georg Witte die Antrittsvorlesungen der Gastprofessor*innen der Jahre 2014-2020 versammelt haben.


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