CompaRe durchsuchen

Recherchieren Sie hier in allen Dokumenten, die auf CompaRe publiziert wurden.

Ergebnisse für *

Zeige Ergebnisse 1 bis 2 von 2.

  1. Dynamiken des Apokryphen : Lukians Schrift "Von der syrischen Göttin"
    Erschienen: 14.09.2018

    Diskursive Praktiken, insbesondere Texte, bewegen sich in einem kulturellen Feld, das in raumtheoretischer Metaphorisierung als von der Trias Zentrum- Peripherie-Außenraum konstituiertes chronotopisches Feld bezeichnet werden kann, mindestens bi-,... mehr

     

    Diskursive Praktiken, insbesondere Texte, bewegen sich in einem kulturellen Feld, das in raumtheoretischer Metaphorisierung als von der Trias Zentrum- Peripherie-Außenraum konstituiertes chronotopisches Feld bezeichnet werden kann, mindestens bi-, wahrscheinlich multidirektional und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen seinen beiden Polen verlaufend. Der in den Theologien etablierte Begriff des 'Apokryphen' ist demgegenüber kaum zufällig schon in seiner Semantik statisch und vermag nur die Situierung einer Schrift oder einer Wissenstradition 'im Verborgenen', nicht hingegen ihre Bewegung in Richtung dieses Bereichs, zu thematisieren. Dahinter steht bekanntlich das Anliegen einer Strukturierung epistemischer Bestände mit dem Ziel der Kanonisierung und Gewinnung von Autorität in der (im weitesten Sinne) gesellschaftlichen Kommunikation. Tatsächlich bildet das Konzept von kanonischer und apokrypher Literatur, nimmt man die Kategorie verbotener, indizierter Bücher im Sinne eines diskursiven Außenraums hinzu, auch die oben genannte Trias ab. Denn als 'Apokryphen' lassen sich dann Texte bezeichnen, die nicht kanonisch geworden sind, obwohl ihre inhaltlichen Potentiale das nicht a priori ausgeschlossen hätten. Apokryphe Texte stehen demnach in der diskursiven Peripherie. Grundsätzlich haben sie die Chance, zu einem ferneren Zeitpunkt kanonisch zu werden, sie könnten aber auch zu einer Existenz im Verbotenen verdammt werden.

     

    Hinweise zum Inhalt: kostenfrei
    Quelle: CompaRe
    Sprache: Deutsch
    Medientyp: Wissenschaftlicher Artikel
    Format: Online
    ISBN: 978-3-8498-1217-1
    DDC Klassifikation: Literatur und Rhetorik (800); Hellenische Literaturen; Klassische griechische Literatur (880)
    Sammlung: Aisthesis Verlag
    Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen
  2. Athleten des Genusses, im Übermaß Leidende : zur Erscheinung von Heros und Heroine in der Antike
    Erschienen: 02.10.2019

    Der Heros und sein weibliches Pendant, die Heroine, begegnen uns in der griechischen Literatur- und Religionsgeschichte von früh an, auch wenn letztere ein eigenes Vokabular erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. erhält. Allgemein lassen sich beide als... mehr

     

    Der Heros und sein weibliches Pendant, die Heroine, begegnen uns in der griechischen Literatur- und Religionsgeschichte von früh an, auch wenn letztere ein eigenes Vokabular erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. erhält. Allgemein lassen sich beide als Zwischenwesen bestimmen, das sowohl göttlichen als auch menschlichen Ursprungs ist: "hemitheos", der "Halbgott". [...] Gerade der Umstand der Sterblichkeit macht jedoch die besondere Macht des Heros aus. Erst als Toter, der um Schutz und Hilfe angerufen wird und durch Opfergaben besänftigt werden muss, ist ein Halbgott Heros. Er erscheint als "Toter, der von seinem Grab aus im Guten oder Bösen mächtig wirkt und entsprechende Verehrung fordert". [...] Heroen wirken aber nicht nur von ihrem Grab aus, sondern sie sind auch aufgrund ihres außergewöhnlichen Lebens zu Ahnherren oder Ahnfrauen eines vornehmen Geschlechts berufen, das sich von ihnen herleitet. [...] Anders noch als über ihre Zugehörigkeit zu einem heroischen Zeitalter lassen sich die Heroen über den Kult bestimmen, der ihnen zukommt. Dessen archäologischer Nachweis ist freilich erst ab dem achten Jahrhundert v. Chr. unbestritten, einem Zeitpunkt, der in der griechischen Religions- wie allgemeinen Geschichte einen wesentlichen Einschnitt darstellt. 776 v. Chr. werden die panhellenischen Spiele gegründet, wenig später in den verfallenen mykenischen Gräbern die Heroen verehrt. Ihr Kult wäre also ein nachhomerisches Phänomen, das auch in der mykenischen (Vor-)Zeit unbekannt gewesen sei, wenngleich er gerade an sie anzuschließen wünsche.

     

    Hinweise zum Inhalt: kostenfrei
    Quelle: CompaRe
    Sprache: Deutsch
    Medientyp: Teil eines Buches (Kapitel)
    Format: Online
    ISBN: 978-3-86599-316-8
    DDC Klassifikation: Literatur und Rhetorik (800); Hellenische Literaturen; Klassische griechische Literatur (880)
    Sammlung: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL)
    Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen